Der Anker der Verlässlichkeit
Verlässlichkeit ist die Basis funktionierender Beziehungen – sowohl im Privaten als auch im Unternehmen. Sie entsteht, wenn Erwartungen erfüllt werden, Vereinbarungen Bestand haben und Menschen sich aufeinander verlassen können. Verlässlichkeit bedeutet nicht Perfektion, sondern ein bewusstes und konsistentes Handeln, das Vertrauen schafft.
Doch Verlässlichkeit ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht nur darum, selbst verlässlich zu sein, sondern auch darum, sich auf andere verlassen zu dürfen und zu wollen. Hier entstehen oft blinde Flecken: Wo verlange ich Verlässlichkeit, wo gebe ich sie? Und wo verweigere ich sie – bewusst oder unbewusst?
Wir laden dich ein, diese Fragen mit zwei Perspektiven zu reflektieren und zu verankern: einer individuellen Standortbestimmung und einem Ritual für Teams.
1. Standortbestimmung: Wo bin ich verlässlich – und wo nicht?
Diese Methode hilft dir, Klarheit über deine eigene Verlässlichkeit zu gewinnen und unbewusste Muster zu erkennen.
So geht’s:
Nimm dir 5 Minuten und schreibe zwei Listen:
In welchen Situationen bin ich absolut verlässlich? Wann können andere uneingeschränkt auf mich zählen?
In welchen Situationen bin ich es nicht? Wo vernachlässige ich Absprachen, verschiebe Entscheidungen oder bin nicht erreichbar?
Reflektiere: Gibt es ein Muster? Gibt es bestimmte Menschen oder Themen, bei denen du verlässlicher oder unzuverlässiger bist?
Frage dich: Warum ist das so? Und was wäre ein kleiner Schritt, um bewusster und konsequenter verlässlich zu sein?
2. Team-Ritual: Das Verlässlichkeitsversprechen
In Organisationen entsteht Verlässlichkeit vor allem durch gelebte Praxis. Ein gemeinsames Ritual hilft, sie bewusst zu verankern.
So geht’s:
Einmal pro Woche, zum Beispiel in einem Team-Meeting, gibt jede*r eine kurze Antwort auf zwei Fragen:
„Worauf könnt ihr euch bei mir in dieser Woche verlassen?“
„Wo brauche ich eure Verlässlichkeit?“
Wichtig: Es geht nicht um leere Versprechungen, sondern um eine realistische, bewusste Zusage.
Das Ritual stärkt das Bewusstsein für Verlässlichkeit und schafft eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung.
Fazit
Verlässlichkeit entsteht durch Klarheit – über das eigene Handeln und die gegenseitige Erwartungshaltung. Mit der Standortbestimmung und dem Verlässlichkeits-Versprechen kannst du sie sowohl für dich selbst als auch in deinem Team verankern. Worauf können sich andere bei dir verlassen? Und worauf möchtest du dich verlassen dürfen?